Brainstorming im Homeoffice: Tipps, Techniken & Tools für virtuelle Teams

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Jedes erfolgreiche Projekt, jede innovative Kampagne und jedes neuartige Produkt beginnt mit einer guten Idee. Hinter dieser steckt meist ein ganzes Team, das intensiv daran gearbeitet hat.

Gute Ideen sind in den allermeisten Fällen Teamwork.

Oft entstehen Ideen beim gemeinsamen Brainstorming im Konferenzraum. Manchmal aber auch ganz zufällig, z.B. beim kurzen Gedankenaustausch an der Kaffeemaschine.

Egal ob gezielt oder zufällig – der direkte Austausch mit anderen ist ein fester Bestandteil im Ideenfindungsprozess.

Aktuell sitzen viele Teams bedingt durch die Corona-Krise im Homeoffice. In solch verteilten Teams kommt der direkte Austausch untereinander oft zu kurz. Auch auch die spontanen Küchengespräche fallen dann weg.

Wie entwickelt man zusammen kreative Ideen, wenn jeder zuhause arbeitet? 

In diesem Beitrag erfährst du, wie du das nächste Brainstorming mit deinem Team ganz einfach virtuell umsetzen kannst – inklusive Tipps zu geeignete Techniken, Tools und einer Checkliste zur Vorbereitung.

Wie gestaltet man remote Brainstormings? 

Brainstorming – das Sammeln von spontanen Einfällen und Vorschlägen – ist die wahrscheinlich beliebteste Methode, um gemeinsam Ideen zu generieren.

Aber was passiert, wenn klassische Brainstormings bei denen man sich physisch gegenübersitzt nicht möglich sind?

Die gute Nachricht: Du kannst auch auch im Homeoffice mit deinem Team brainstormen.

Um das virtuelle Brainstorming effizient zu gestalten, gilt es jedoch ein paar Dinge zu beachten – von der verwendeten Technik über geeignete Tools bis hin zum Ablauf.

Welche Brainstorming-Techniken funktionieren virtuell?

Am besten probierst du verschiedene Brainstoming-Methoden aus, um herauszufinden welche am besten zu deinem Team passt. 

Wir stellen dir drei Techniken vor, sich auch im verteilten Team super umsetzen lassen. Gleichzeitig kannst du mit diesen sogar Probleme lösen, die bei (virtuellen) Brainstormings auftreten können.

Problem 1:

In Video- oder Telefonkonferenzen kann das Gefühl entstehen, dass Ideen unter Druck formuliert werden müssen.

Es ist virtuell schwieriger als vor Ort ein angenehmes Umfeld zur gemeinsamen Ideenfindung zu schaffen

Die Lösung:

Bei der Creative-Sprint-Methode erhalten alle Teilnehmer bereits ein paar Tage vor dem gemeinsamen Termin ein Briefing via E-Mail.

Sie beschäftigen sich daraufhin mit dem Thema und generieren eigene Ideen. In einem gemeinsamen (Video-) Call werden die individuell generierten Ideen dann ausgetauscht, diskutiert und zusammen weiterentwickelt. 

Bei dieser Methode kann also jeder selbst entscheiden wo und wann er brainstormen möchte. Die Teilnehmer schaffen sich selbst die angenehme Atmosphäre, in der sie am kreativsten sind.

Problem 2:

In Videokonferenzen sind manche Teilnehmer gehemmt das Wort zu ergreifen und sprechen spontane Ideen aus Angst vor direkter Kritik nicht aus.

Die geteilten Ideen orientieren sich stark am initialen Input einzelner Personen und sind daher oft einseitig (Ankereffekt).

Die Lösung:

Beim Brain-Writing werden Ideengenerierung und Kritik bzw. unmittelbare Diskussion dieser Ideen getrennt.

Das Prinzip ist simpel und kann super remote umgesetzt werden: Die Teilnehmer bekommen eine kurze Intro via Video-Call. In einer vorgegeben Zeit (z.B. 30 Minuten) notiert dann jeder einzeln seine Ideen zum Thema.

Anschließend kommt das Team wieder per Videokonferenz zusammen, um diese zu präsentieren und zu diskutieren.

Vorteil dieser Methode ist, dass die Ideen zwar gleichzeitig generiert werden, jedoch ohne Ablenkung oder Einfluss durch andere.

So werden Ankereffekte vermieden und es ergeben sich oft vielseitige Ideen und Perspektiven.

Wichtig: Weise dein Team daraufhin keine negative Kritik zu üben. Beim Brainstorming gibt es keine schlechten Ideen.

Beim Brainstorming gibt es keine schlechten Ideen.

Problem 3:

Räumlich verteilte Teams haben oft unterschiedliche Arbeitszeiten.

Manchmal findet sich kein Termin, an dem sich alle Teammitglieder zur selben Zeit (virtuell) zum Brainstorming oder zum Videocall treffen können.

Die Lösung:

Brain-Netting ist eine Brainstorming-Technik die keinen gemeinsamen Termin erfordert und sich daher besonders für virtuelle Teams eignet. Basis ist eine zentrale Plattform, auf der alle Ideen visuell dargestellt werden.

Alle Teilnehmer bekommen vorab ein Briefing per E-Mail inklusive Zugang zum verwendeten Tool (siehe unten). Bis zu einer festgelegten Deadline werden auf der Plattform dann Ideen zum Thema gesammelt und sortiert.

Der Vorteil: Das Brainstorming findet nicht zu einem festgelegten Zeitrahmen fest, spontane Ideen können also jederzeit hinzugefügt werden.

Viele Tools bieten Features, um Vorschläge zu kommentieren und kollaborativ auszuarbeiten. Das Brainstorming kann natürlich auch simultan stattfinden, z.B. in Kombination mit einem Videokonferenz-Tool.

Welche Tools eignen sich für remote Brainstormings?

Um im Homeoffice effizient zu brainstormen benötigt ihr also ein Tool, mit dem ihr eure Ideen sammeln, visualisieren und strukturieren könnt.

Natürlich könnt ihr einfach ein Google Doc erstellen. Dieses gebt ihr für alle Teilnehmer zur Bearbeitung frei, tragt eure Ideen ein und diskutiert diese parallel oder im Anschluss per Telefon- oder Videokonferenz.

Ein Text-Dokument wird jedoch schnell unübersichtlich. 

Whiteboard-Tools sind super für virtuelle Brainstormings.

Whiteboard-Tools sind super für virtuelle Brainstormings. Sie helfen dabei, Ideen anschaulich zu dokumentieren und Beziehungen zwischen ihnen darzustellen. 

Wir haben das Whiteboard-Tool Miro für uns entdeckt.

Das Prinzip ist simpel: Man fügt Ideen zu einem gemeinsamen Board hinzu, z.B. als virtuelle Post-its, Skizzen oder in Form von Medien wie Screenshots, Grafiken oder Videos.

Das Board erweitert sich automatisch, wenn neue Inhalte eingefügt werden – der Platz für Ideen ist also unbegrenzt und man kann diese beliebig anordnen. 

Während des Brainstormings sammeln und sortieren wir unsere Ideen auf einem Miro Board.

Besonders cool: Man sieht in Echtzeit wer welche Ideen einfügt und kann auch direkt Feedback als Kommentare, Reaktion oder Emojis hinterlassen.

Es ist also kein simultaner Screenshare oder Videocall erforderlich. Man teilt einfach den Link zum Board und ist gemeinsam kreativ. 

Viele Tools bieten außerdem coole Features, die das Brainstorming zu einem kollaborativen Erlebnis machen, z.B. geheime Abstimmungen. So schaffst du es auch, dass alle Teilnehmer aufmerksam bei der Sache bleiben.

Das Board ist gleichzeitig das Protokoll der Brainstorming-Session, auf das auch im Nachhinein jeder zugreifen kann. 

Wie führe ich ein virtuelles Brainstorming durch?

Technik und Tools sind ausgewählt. Nun erfährst du, wie du dein virtuelles Brainstorming Schritt für Schritt planst, organisierst und durchführst.

  • Vorbereitung

Effiziente Brainstormings erfordern eine gewisse Vorbereitung – sowohl vor Ort also auch remote.

Lege vorab dein Ziel fest und wähle eine Brainstorming-Technik aus, mit der du dieses am besten erreichen kannst.

Achte darauf, dass du ein Tool nutzt mit dem du die gewählte Methode gut umsetzen und das gesamte Team einbeziehen kannst.

Besonders wichtig: Teste das Tool vorab und mache dich mit den Funktionen vertraut. So weißt du, wie man es optimal einsetzt und kannst unnötige Unterbrechungen vermeiden. 

Besonders wichtig: Teste das Tool vorab und mache dich mit den Funktionen vertraut.

Entscheide nun, wie viele und welche Personen teilnehmen sollen. Oft werden in kleineren Runden mehr Ideen produziert.

Stelle sicher, dass alle Teilnehmer Zugang zum Brainstorming-Tool haben und überlege dir, ob eine synchrone Kommunikation (gleichzeitige Telefon- oder Videokonferenz) notwendig ist. 

  • Briefing 

Vor allem bei virtuellen Brainstormings lohnt es sich Zeit in ein ausführliches Briefing zu investieren.

Ziel ist dabei, dass alle Teilnehmer auf dem selben Stand sind und wissen, ob sie sich vorab schon mit dem Thema oder bestimmten Fragen auseinandersetzen müssen. 

Sende allen Teilnehmern eine grobe Brainstorming-Agenda inklusive Thema, Ziel und ggf. Infomaterial. Das erspart eine lange Einführung zu Beginn des Termins, sodass mehr Zeit für die Ideenfindung bleibt. 

Wird ein neues Tool genutzt, dann bitte alle Teilnehmern sich vorher mit den Funktionen vertraut zu machen.

Hier ein Beispiel aus unserem Team für Briefing vor einem virtuellen Brainstorming.
  • Durchführung:

Zu Beginn des Brainstormings stellst du am besten kurz und knapp nochmal Ziel, Ablauf, Zeitrahmen und die gewählte Technik vor (vielleicht hat ja der ein oder andere das Briefing nicht genau gelesen 😉).

Wiederhole auch die wichtigsten Funktionen des genutzten Tools kurz. Falls es Brainstorming-Regeln gibt, z.B. kein negatives Feedback, dann teile diese den Teilnehmern mit.

Motiviere dein Team spontane Einfälle zu teilen und stelle sicher, dass jeder zu Wort kommt. Beim virtuellen Brainstorming ist es noch wichtiger alle Teilnehmer aktiv zu involvieren.

Beim virtuellen Brainstorming ist es noch wichtiger alle Teilnehmer aktiv zu involvieren.

Animiere dein Team im gesamten Verlauf des Brainstormings offen zu bleiben und in verschiedenste Richtungen zu denken – oftmals neigt man dazu sich zu früh auf eine bestimmte Idee zu versteifen.

Achte während des Brainstormings darauf, dass alle geteilten Ideen gut dokumentiert und direkt thematisch organisiert werden.

Verliere die Zeit nicht aus den Augen und versuche den vorher abgesteckten zeitlichen Rahmen einzuhalten. Falls das nicht möglich ist, kannst du einen follow-up Termin ansetzen.

  • Wrap-up

Das Brainstorming ist beendet und ihr habe eine Menge coole Ideen generiert – Juhu!

Fasse diese am Ende des Termins noch einmal für alle zusamme. Besprecht am besten direkt im Anschluss, was die nächsten Schritte zur Umsetzung der erarbeiteten Idee(n) sind. 

Wenn ihr ein Projektmanagement-Tool wie awork verwendet, könnt ihr euch direkt To-Dos erstellen, Verantwortlichkeiten zuweisen und grobe Deadlines festlegen.

Übertrage die To-Dos nach dem Brainstorming direkt in awork und weise die Verantwortlichkeiten zu.

Jetzt in awork ausprobieren

Stelle sicher, dass die Ergebnisse auch nach dem Brainstorming für alle Teilnehmer zugänglich sind. Verschicke die Notizen an alle Teilnehmer per E-Mail oder teile den Link zur Plattform. 

Wichtig: Bitte dein Team auch um Feedback zum Brainstorming.

Wie hat ihnen die Methode und das verwendete Tool gefallen? Was hat gut funktioniert? Was könnte beim beim nächsten Mal besser sein?

Diese Infos helfen dir bei der Vorbereitung deines nächsten virtuellen Brainstormings. 

Checkliste: 15 Fragen, die du vor dem remote Brainstorming beantworten solltest

  1. Was ist das Ziel des Brainstormings?
  2. Wann soll das Brainstorming stattfinden?
  3. Wer soll am Brainstorming teilnehmen? 
  4. Welche Technik verwendest du?
  5. Passt die Technik zum Thema / Problem? 
  6. Kannst du die Technik auch remote umsetzen?
  7. Kannst mit dieser Technik alle Teilnehmer involvieren?
  8. Welches Tool verwendest du? 
  9. Passt das Tool zur gewählten Methode?
  10. Hast du das Tool und dessen Funktionen vorab getestet?
  11. Haben alle Teilnehmer Zugang zum Tool? 
  12. Hast du alle Teilnehmer eingeladen und gebrieft?
  13. Welche Brainstorming-Regeln gibt es?
  14. Was ist deine eigene Rolle (Moderator vs. Teilnehmer)?
  15. Wie soll Feedback am Ende gegeben werden?

Du kannst all diese Fragen beantworten? Dann steht deinem erfolgreichen virtuellen Brainstorming nichts mehr im Wege.

Coole Ideen in 3 – 2 – 1 – Los! 🚀

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